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Technisches Fertigungs- und Procurement-Glossar.

Zentrale Begriffe aus Konstruktion, Fertigung, Qualität und Beschaffung kurz und verständlich erklärt.

Dieses Glossar dient als technische Orientierung. Normative Definitionen können je nach Norm, Ausgabe und Branche abweichen.

A
Abnahmeprüfzeugnis 3.1Werkstoffnachweis nach EN 10204 mit prüfbezogenen Ergebnissen.
Additive FertigungSchichtweiser Aufbau von Bauteilen, z. B. FDM, SLA, SLS oder MJF.
AllgemeintoleranzToleranzregel für Maße ohne einzeln angegebene Toleranz.
Anodisieren / EloxierenElektrochemische Oxidschicht auf Aluminium.
B
BaugruppeMehrere Einzelteile, die funktional zusammengehören.
BiegeradiusInnenradius einer gekanteten Blechgeometrie.
BOMBill of Materials; strukturierte Stückliste einer Baugruppe.
C
CADComputer Aided Design; digitale Konstruktion.
CAMComputer Aided Manufacturing; Ableitung von Fertigungsbahnen aus CAD.
CMMCoordinate Measuring Machine; Koordinatenmessmaschine.
CoCCertificate of Conformity; Konformitätsbescheinigung.
D
DFMDesign for Manufacturing; fertigungsgerechte Konstruktion.
DrehteilÜberwiegend rotationssymmetrisches CNC-Bauteil.
DruckgussFormgebendes Metallverfahren mit Druckfüllung einer Dauerform.
E
EDMElectrical Discharge Machining; Funkenerosion.
EloxierenSiehe Anodisieren; Oberflächenbehandlung für Aluminium.
ErstmusterprüfberichtDokumentierter Nachweis definierter Merkmale vor Serienfreigabe.
F
FAIFirst Article Inspection; Erstteilprüfung.
FDMFused Deposition Modeling; filamentbasierter 3D-Druck.
FrästeilCNC-bearbeitetes Bauteil, hergestellt durch rotierendes Werkzeug.
G
GD&TGeometric Dimensioning and Tolerancing; geometrische Produktspezifikation.
GewindeeinsatzEingesetztes metallisches Gewinde, häufig in Kunststoff oder Aluminium.
GrundtoleranzToleranzklasse innerhalb des ISO-Passungssystems.
H
H7Häufige Toleranzlage für Bohrungen im ISO-Passungssystem.
HärteWiderstand eines Werkstoffs gegen Eindringen oder plastische Verformung.
HarteloxierenDicke, verschleißorientierte anodische Oxidschicht auf Aluminium.
I
IGESNeutrales CAD-Austauschformat, besonders für Flächenmodelle.
ISO 2768Norm für Allgemeintoleranzen; projektspezifische Gültigkeit prüfen.
ISO 286System für Grenzmaße und Passungen.
K
K-FaktorBlechparameter zur Berechnung der neutralen Faser und Abwicklung.
KleinserieBegrenzte wiederkehrende Stückzahl zwischen Prototyp und Großserie.
KorrosionsbeständigkeitWiderstand eines Werkstoffs gegen chemischen oder elektrochemischen Angriff.
L
LaserschneidenThermisches Trennverfahren für Blech und andere Materialien.
Lead TimeZeit von Auftrag/Freigabe bis Lieferbereitschaft.
LosgrößeAnzahl von Teilen, die in einem Fertigungslos produziert werden.
M
MJFMulti Jet Fusion; pulverbasiertes additives Verfahren.
MessprotokollDokumentation gemessener Merkmale und Ergebnisse.
MindestwandstärkeKonstruktiv oder prozessbedingt kleinste sinnvolle Wandstärke.
N
NRENon-Recurring Engineering; einmalige technische Kosten.
NacharbeitZusätzlicher Prozess nach der Hauptfertigung, z. B. Reiben, Schleifen oder Entgraten.
NennmaßZiel-/Basismaß, auf das Toleranzen bezogen werden.
O
OberflächenrauheitMikrogeometrische Oberflächenstruktur, häufig mit Ra oder Rz beschrieben.
OberflächenbehandlungNachprozess wie Eloxieren, Verzinken, Beschichten oder Passivieren.
OEEOverall Equipment Effectiveness; Kennzahl für Anlagenproduktivität.
P
PassungBeziehung zwischen tolerierter Bohrung und Welle.
PassivierenChemische Behandlung zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit, häufig bei Edelstahl.
PEEKHochleistungskunststoff mit hoher Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit.
POMTechnischer Kunststoff mit guter Dimensionsstabilität und Gleiteigenschaften.
PPAPProduction Part Approval Process; strukturierter Freigabeprozess, verbreitet in Automotive.
Q
QualitätsplanDokumentierte Festlegung von Prüfungen und Qualitätsaktivitäten.
QMSQuality Management System; Qualitätsmanagementsystem.
R
RaArithmetischer Mittenrauwert einer Oberfläche.
Reaming / ReibenFeinbearbeitung von Bohrungen für Maß- und Oberflächengenauigkeit.
RevisionDefinierter Änderungsstand eines Dokuments oder CAD-Modells.
RückverfolgbarkeitZuordnung von Bauteilen zu Losen, Materialchargen oder Prozessdaten.
RzMittlere Rautiefe nach definierter Auswertelogik.
S
SLAStereolithografie; harzbasiertes additives Verfahren.
SLSSelektives Lasersintern; pulverbasiertes additives Verfahren.
Second SourceQualifizierte alternative Bezugsquelle für ein Bauteil.
STEP / STPNeutrales 3D-CAD-Austauschformat.
STLDreiecksnetzformat, häufig für 3D-Druck genutzt.
SpritzgussWerkzeuggebundenes Verfahren zur Herstellung von Kunststoffteilen.
T
TCOTotal Cost of Ownership; Gesamtkosten statt nur Einkaufspreis.
ToleranzZulässige Abweichung vom Nennmaß.
TPUThermoplastisches Polyurethan; elastischer Kunststoff, auch im 3D-Druck.
TraceabilityEnglischer Begriff für Rückverfolgbarkeit.
V
VakuumgussKleinserienverfahren mit Silikonformen und Gießharzen.
VerzugFormabweichung durch Spannungen, Wärme oder Prozessbedingungen.
VerzinkenZinkschicht zum Korrosionsschutz von Stahl.
W
WerkstoffzeugnisDokumentation zu Material und ggf. Prüfergebnissen.
WandstärkeMaterialdicke eines Bauteilbereichs.
WärmebehandlungGezielte thermische Behandlung zur Änderung von Werkstoffeigenschaften.
Z
ZerspanbarkeitEignung eines Werkstoffs für spanende Bearbeitung.
ZustellungEingriffstiefe eines Werkzeugs beim Zerspanen.