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Ressourcen / CNC Design Guide

CNC-Teile fertigungsgerecht konstruieren.

Ein praxisorientierter Leitfaden zu Radien, Wandstärken, Taschen, Gewinden, Toleranzen, Aufspannungen und technischen Zeichnungen.

1. Fertigung zuerst mitdenken

CNC-Bauteile werden wirtschaftlicher, wenn Geometrie, Werkzeugzugänglichkeit, Aufspannungen und Toleranzen bereits in der Konstruktion berücksichtigt werden. Ein technisch fertiges CAD-Modell ist nicht automatisch fertigungsgerecht.

GrundregelJede zusätzliche Aufspannung, Sonderwerkzeuganforderung, tiefe Tasche oder sehr enge Toleranz kann Zeit und Kosten erhöhen. Funktionsrelevante Anforderungen sollten deshalb von rein geometrischen Wünschen getrennt werden.

2. Innenradien und Werkzeugdurchmesser

Rotierende Fräswerkzeuge erzeugen in inneren Ecken einen Radius. Sehr kleine Innenradien erfordern kleine Werkzeuge, niedrigere Zustellungen und häufig längere Bearbeitungszeiten.

KonstruktionsmerkmalGünstigerAufwendiger
InnenradienGroßzügig und einheitlichSehr klein oder wechselnd
TaschenFlach, offen, gut zugänglichSehr tief und schmal
BohrungenStandarddurchmesserSonderdurchmesser / sehr tief
FlächenVon einer Aufspannung erreichbarViele Bearbeitungsrichtungen

3. Wandstärken

Sehr dünne Wände können sich durch Spannkräfte, Wärme und Schnittkräfte verformen. Besonders bei Aluminiumgehäusen sollten lange dünne Rippen und große freistehende Flächen konstruktiv geprüft werden.

4. Toleranzen bewusst einsetzen

Enge Toleranzen sind dort sinnvoll, wo Passung, Dichtung, Lagerung, Ausrichtung oder Funktion sie benötigt. Werden sie pauschal auf das gesamte Bauteil angewendet, steigen Prüf- und Fertigungsaufwand.

Typische Trennung

  • Funktionsflächen: gezielt enge Toleranzen.
  • Montageflächen: sinnvolle Bezugssysteme definieren.
  • Unkritische Außenkonturen: allgemeine Toleranzen verwenden.
  • Oberflächenanforderung nur dort spezifizieren, wo sie funktional nötig ist.

5. Gewinde und Bohrungen

Standardgewinde und gut zugängliche Gewindebohrungen sind meist einfacher. Sacklochgewinde benötigen ausreichenden Auslauf. Die nutzbare Gewindetiefe sollte klar angegeben sein und nicht mit der Bohrtiefe verwechselt werden.

6. Aufspannungen reduzieren

Eine Konstruktion, die in möglichst wenigen Orientierungen bearbeitet werden kann, reduziert Rüstzeit und kann Genauigkeit verbessern. Komplexe 5-Achs-Geometrien können wiederum mehrere konventionelle Aufspannungen vermeiden.

7. Zeichnung und CAD gemeinsam nutzen

Das 3D-Modell beschreibt Geometrie; die Zeichnung sollte ergänzende Informationen wie Toleranzen, Oberflächen, Gewinde, Bezugsflächen, Werkstoffzustand und Prüfmerkmale enthalten.

8. Checkliste vor der Anfrage

Revision eindeutigCAD und Zeichnung müssen denselben freigegebenen Stand besitzen.
Werkstoff vollständigLegierung, Zustand und besondere Zeugnisanforderung nennen.
Toleranzen markierenNur funktionskritische Maße enger tolerieren.
Oberflächen definierenEloxieren, Beschichten, Schleifen oder Rauheit klar spezifizieren.
Menge und LosgrößePrototyp, Kleinserie oder Serie mit realistischer Jahresmenge angeben.
Prüfumfang festlegenMessprotokoll, Erstmuster oder Materialzeugnis vor Angebotsabgabe definieren.