3D-Druckteile funktional und fertigungsgerecht entwickeln.
Verfahrenswahl, Wandstärken, Orientierung, Spalte, Bohrungen, Oberflächen und Nachbearbeitung im Überblick.
Verfahren unterscheiden
3D-Druck ist kein einzelnes Verfahren. FDM, SLA, SLS und MJF unterscheiden sich deutlich bei Material, Oberflächenbild, isotropem Verhalten, Detailauflösung, Stützstrukturen und wirtschaftlicher Losgröße.
| Verfahren | Stärke | Typische Nutzung |
|---|---|---|
| FDM | Günstig, große Auswahl, schnell | Vorrichtungen, Konzeptmodelle, große Prototypen |
| SLA | Hohe Detailauflösung | Optische Modelle, feine Geometrien |
| SLS | Keine klassischen Stützstrukturen | Funktionsbauteile, komplexe Geometrie, PA12 |
| MJF | Gute Serienfähigkeit und Detailtreue | Funktionsbauteile, Kleinserien |
Wandstärken und Übergänge
Zu dünne Wände können sich verziehen oder brechen. Gleichmäßige Wandstärken und weiche Übergänge reduzieren Spannungen. Mindestwerte hängen stark von Verfahren, Material, Geometrie und Bauteilgröße ab.
Bohrungen, Spalte und bewegliche Baugruppen
Gedruckte Bohrungen benötigen häufig Nacharbeit, wenn eine genaue Passung gefordert ist. Bei ineinander gedruckten beweglichen Teilen muss konstruktives Spiel vorgesehen werden.
Orientierung
Bauteilorientierung beeinflusst Festigkeit, Oberfläche, Stützmaterial und sichtbare Schichtlinien. Funktionsflächen und Lastpfade sollten deshalb bereits bei der Konstruktion berücksichtigt werden.
Nachbearbeitung
Je nach Verfahren kommen Schleifen, Strahlen, Färben, Lackieren, Gewindeeinsätze oder mechanische Nacharbeit infrage. Eine nachträglich bearbeitete Fläche sollte im technischen Datensatz gekennzeichnet sein.
